Bericht: Infoveranstaltungen zum neuen Berufsbild Multimediaelektroniker EFZ

Die Infoveranstaltungen zur neuen Bildungsverordnung MME EFZ fanden regen Zuspruch.

An zehn Schulstandorten in der Deutschschweiz, in der Romandie und  im Tessin fanden in der Zeit zwischen Februar und April die Informationsveranstaltungen zum neuen Beruf des MME statt. Über 400 Personen wurden insgesamt von den Kantonsvertretungen und den Delegierten des VSRT begrüsst.

Trotz der beachtlichen Zahl der Teilnehmenden ist sich der VSRT bewusst, dass nicht alle Ausbildnerinnen und Ausbildner vertreten waren. Deshalb hier nochmals die Zusammenfassung der Inhalte der Veranstaltungen in Kürze.

Bildungsverordnung und Bildungsplan

Die gesetzlichen Grundlagen betreffend der Ausbildung zum Mulitmediaelektroniker/zur Mulitmediaelektronikerin sind in der Bildungsverordnung (BiVo) festgeschrieben. Diese regelt unter anderem Inhalt und Dauer der Ausbildung, die Anforderungen an den Lehrbetrieb, die Höchstzahl der Lernenden in einem Betrieb sowie die Teil- und Abschlussprüfung.

Im dazugehörigen Bildungsplan sind die Ausbildungsziele, beziehungsweise die zu erlangenden Handlungskompetenzen für die drei Lernorte (Betrieb, Berufsfachschule und überbetrieblicher Kurs) festgelegt.

Alle Berufe, welche den Reformprozess durchlaufen haben, besitzen nun neu eine Bildungsverordnung (Bivo) sowie einen Bildungsplan und erhalten die Bezeichnung EFZ (Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis).

Bildungsverordnung und Bildungsplan werden vom Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) in Kraft gesetzt und sind die für die ganze Schweiz verbindlich.

Der Beruf des Multimediaelektronikers, der Multimediaelektronikerin, entspricht jetzt den gesetzlichen Vorgaben, welche mit der Revision des Berufsbildungsgesetzes im Jahre 2004 erlassen wurden.

Der Vorteil der Kombination Bildungsverordnung/Bildungsplan liegt darin, dass der Bildungsplan periodisch überarbeitet und dem technischen Fortschritt des Berufes – ohne grossen bürokratischen Aufwand – angepasst werden kann respektive angepasst werden muss. 

Die Ausbildung wird für die Betriebe einfacher

Immer neue Technologien sowie die teilweise Verschmelzung der CE mit der IT haben dazu geführt, dass Multimediaelektroniker EFZ ein sehr grosses Wissen aufweisen müssen, um in der Branche bestehen zu können. Für die Lehrbetriebe ist es beinahe unmöglich, in der ganze Breite auszubilden. Diesem Umstand wurde mit der Einführung von Schwerpunktausbildungen Rechnung getragen. Folgende wurden festgelegt:

- Verkauf und Service

- Empfangs- und Übertragungsanlagen

- Audio- oder Video- und Sicherheitsanlagen

Ein Lehrbetrieb muss nicht alle Schwerpunkte ausbilden. Mit der Anmeldung zum Qualifikationsverfahren wird bekannt gegeben, in welchem Gebiet (Schwerpunkt) der Lernende qualifiziert wurde. 

Neuerungen im Berufsfachschulunterricht

Der Schulbetrieb erfährt mit der Einführung des Multimediaelektronikers EFZ einige Neuerungen. Das Schulzeitmodell wird von linear auf degressiv umgestellt. Auch dies eine Verbesserung, von welcher die Ausbildungsbetriebe profitieren werden. Hierbei besuchen die Lernenden die Berufsfachschule während den ersten zwei Lehrjahren jeweils an zwei Tagen pro Woche. In den anschliessenden Lehrjahren drei und vier – also dann, wenn die Lernenden bereits im Tagesgeschäft aktiv und produktiv mithelfen können – beträgt der Unterrichtsbesuch nur noch ein Tag pro Woche.

Zusätzlich zum Regelunterricht wird im vierten Lehrjahr eine Projektwoche zu einem aktuellen Thema aus dem Handlungskompetenzbereich „Entwickeln und Umsetzen von Kundenprojekten“ durchgeführt. 

Abgestimmte überbetriebliche Kurse

Multimediaelektroniker EFZ besuchen während den ersten drei Lehrjahren jeweils einen überbetrieblichen Kurs (ÜK) à je fünf Tage. Die Leistungsziele, welche von den Kursen abgedeckt werden, sind sowohl mit der praktischen Ausbildung in den Betrieben wie auch auf den Schulstoff abgestimmt. Der Begriff „Lernortkooperation“ wird im Beruf des Multimediaelektronikers EFZ nicht nur erwähnt, sondern auch eins zu eins umgesetzt. 

Die Kurse sind auf die einzelnen Schwerpunkte ausgerichtet. So erhalten alle Lernenden ein fundiertes Grundwissen, auch in den Schwerpunkten, in denen sie im Lehrbetrieb nicht herangebildet werden. Dieser Umstand trägt der Teilprüfung Rechnung, welche nicht schwerpunktbezogen ist.

Qualifikationsverfahren (QV)

Der praktische Teil des Qualifikationsverfahrens, der in der Form einer individuellen praktischen Arbeit (IPA) durchgeführt wird, muss die Note genügend erreichen (≥ 4), um die Lehre erfolgreich abzuschliessen. Die Dauer der IPA wurde mit 40 – 100 Stunden gegenüber des „alten“ Berufs etwas gestrafft.

Folgende Bedingungen gelten für den Erhalt des Eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses:

 

Bezeichnung

Art der Prüfung

Note

Gewichtung

Teilprüfung

praktisch

≥ 4.0

25 %

Praktische Arbeit (IPA)

praktisch

≥ 4.0

25 %

Berufskenntnisse

theoretisch

≥ 4.0

15 %

Erfahrungsnote

theoretisch

keine Vorgabe

15 %

Allgemeinbildung

theoretisch

keine Vorgabe

20 %

Gesamtdurchschnitt

≥ 4.0

 

 

Mitsprache erwünscht

Wie bereits erwähnt, wird der Bildungsplan laufend den sich ändernden Gegebenheiten der Branche angepasst. An der Generalversammlung des VSRT vom 5. Mai 2014 wurde die hierfür verantwortliche B & Q-Kommission (Berufsentwicklung und Qualität) gewählt. Damit sie den Beruf des Multimediaelektronikers aktuell halten kann, ist sie auf Ihre Mithilfe angewiesen. Nehmen Sie aktiv an der Entwicklung dieses interessanten, zukunftsträchtigen Berufes teil und melden Sie Ihre Wünsche, Anregungen und Verbesserungsvorschläge der Kommission!

Weitere Auskünfte über die Ausbildung des Multimediaelektronikers EFZ erteilen:

Sekretariat VSRT                                       VSRT Berufsbildungszentrum

Niklaus-Wengi-Strasse 25                             Niklaus-Wengi-Strasse 25

2540 Grenchen                                             2540 Grenchen

032 654 20 20                                              032 654 97 70

 

info@vsrt.ch                                                 info@vsrt-bbz.ch

 
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